Der Jugendpass –
Urkunde für viele Schlüsselqualifikationen
Ehrenamtliches Engagement junger Leute wird jetzt auch europaweit offiziell gewürdigt: Die während Jugendinitiativen, Jugendbegegnungen und Jugendprojekten erworbenen Qualifikationen werden in Zukunft in einem Jugendpass (Youthpass) belegt.

Ziel des Projektes Youthpass ist die Bereitstellung von Instrumenten zur Beschreibung und Bestätigung nicht-formaler Lernprozesse. Der Youthpass soll gemeinsam mit dem Projekt „Jugend in Aktion“ europaweit einsetzbar sein. Teilnehmer(innen) aus Maßnahmen, die im Rahmen des Programms gefördert wurden, können dann im Dialog mit den jeweiligen Projektverantwortlichen ihre Aktivität strukturiert zusammenfassen und Lerneffekte beschreiben. Die wichtigste Grundlage für die Entwicklung von Youthpass liegt in der Überzeugung, dass die aktive Teilnahme an Projekten und Aktivitäten des Programmes „Jugend in Aktion“ eine positive Wirkung auf die persönliche und berufliche Weiterentwicklung junger Menschen hat. Die Qualität des Lernens in den verschiedenen Aktionsbereichen des Programms soll deutlicher darstellbar werden und – mit Brief und Siegel versehen – auch bei einer Bewerbung auf dem (europäischen) Arbeitsmarkt hilfreich sein.

Für die EU-Kommission reiht sich der Youthpass in eine Reihe von Vorhaben im Bereich „Anerkennung und Qualifizierung von Lern- und Bildungsprozessen“ ein. Vor allem aber soll mit dem Youthpass das nicht-formale Lernen, also das Lernen von Schlüsselqualifikationen außerhalb von Schule und Institutionen, anerkannt werden.

In momentan zwei verschiedenen Bereichen haben junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren die Möglichkeit, den Youthpass zu erhalten.
  • Im Bereich der Jugendbegegnungen ist ein Zertifikat geplant, das allen Jugendlichen ihre aktive Teilnahme an einem Jugendaustausch bescheinigt.
  • Für den Europäischen Freiwilligendienst ist ein „Achievement Report“ vorgesehen, der die Lernerfahrungen von Freiwilligen mittels vorgeschlagener Schlüsselkompetenzen beschreibt. Den Freiwilligen wird damit die Möglichkeit gegeben, den eigenen Lernprozess unter vergleichbaren Kompetenzbeschreibungen darzustellen und für zukünftige persönliche und berufliche Entwicklungen und Entscheidungen nutzbar zu machen.
Bereits im Jahr 2006 wurden die ersten Testphasen abgeschlossen. Unter der Projektsteuerung und -entwicklung des Salto-Teams bei „Jugend für Europa“ machten europaweit etwa 150 Organisationen aus vielen Ländern Europas erste Erfahrungen mit der Anwendung des Jugendpasses.

Mit dem Start des neuen Programms „Jugend in Aktion“ in diesem Jahr wird der Youthpass eingeführt. Sowohl für die Nationalagenturen als auch für die Projektträger werden dann entsprechende Trainingsangebote und Handbücher als Hilfe bei der Anwendung bereitgestellt.

Weitere Informationen zum Jugendpass:

SALTO - YOUTH Training & Cooperation
Rita Bergstein

+49 228 9506236
rita@salto-youth.net

Jugendpass: bürokratisches Bussi oder echte Anerkennung?
       
Wie können jährlich 150.000 Jugendliche in 31 Ländern ein individuelles Zertifikat über die Qualität ihrer Mitarbeit bei einer Jugendbegegnung oder dem Europäischen Freiwilligendienst erhalten? Und wie oder was soll bewertet werden? Welche Inhalte sind zentral? Und vor allem: Wird nicht-formales Lernen durch eine solche Bewertungsprozedur nicht zum bloßen Abbild des formalen Lernens? Gerade mit der letzen Frage haben sich die Macher(innen) des Youthpass intensiv auseinander setzen müssen.

Denn: Auf der einen Seite ist es gerade das erklärte Ziel des Youthpass, eben nicht das formale, sondern das außerhalb von Schule und Institutionen stattfindende nicht-formale Lernen zu würdigen. Auf der anderen Seite ist gerade die Zertifikatsform Zeugnis bzw. Urkunde ein sicheres Indiz des institutionellen oder schulischen Bewertens.

Wenn auch Kritiker(innen) des Projektes Youthpass gerade Letzteres dagegen vorbringen könnten, so scheint eins doch sicher: Wenn sich das Programm Youthpass auch Elementen des formalen Lernens bedient, so darf man dies nicht gleich als widersprüchlichen Gegensatz sehen. Vielmehr muss man den ganzen Sachverhalt differenzierter betrachten. Wenn man Jugendlichen ihr ehrenamtliches Engagement auch von offizieller Seite aus bestätigen will, bringt es die Sache mit sich, dies mit Mitteln und Wegen zu tun, die auch dem formalen Lernen nicht fremd sind.

Dies ist allerdings meines Erachtens nicht als Einschränkung zu betrachten, sondern im Gegenteil eher als Chance. Gerade weil junge Menschen um die Bedeutung von Zeugnissen und Urkunden wissen, stellen diese Dinge meiner Meinung nach eine geeignete Möglichkeit dar, auch außerschulische Qualifikationen und Qualitäten entsprechend zu bewerten. Wenn die Leistungen der jungen Menschen also mit Brief und Siegel offiziellen Charakter bekommen, ist dies nicht als Widerspruch zum ursprünglichen Sinn des Youthpass zu sehen, sondern als die Möglichkeit, auch nach außen hin das Geleistete anzuerkennen.

Désirée

  
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